Starke Gefühle
Ich kann mich an Zeiten erinnern, in denen ich öfter mal sehr starke Gefühle von Wut und Zorn empfand und auch auslebte. So ein Gefühl, als ob im Bauch ein Vulkan ausbricht und die heiße Lava herausgeschleudert wird und den Verstand kurzzeitig wegbrennt. Hört sich dramatisch an, war aber für meine Mitmenschen nicht so gefährlich, wie es sich anhört. Trotzdem: vielleicht mit Sicherheit war es ihnen unangenehm. Und ich wurde so erzogen, dass man sich immer unter Kontrolle zu haben hat.
Meinen letzten Vulkanausbruch hatte ich im Alter von 24 Jahren. Seitdem - stelle ich fest - habe ich mich immer unter Kontrolle gehabt, habe angepasst gelebt, und die Harmonie unter den Menschen war mir wichtig.
Aber war es MIR wirklich wichtig? Oft habe ich zu gewissen Themen eine eigene Meinung gehabt, aber ich habe sie nicht unbedingt kundgetan. Der Vulkan ist eingeschlafen. Die Lava hat sich verfestigt. Sie wurde mir vor eineinhalbzwei Jahren in Form von Gallensteinen entfernt.
Nach dieser Gallenblasen-OP wusste ich bereits, dass mit dieser OP das eigentliche Problem noch nicht behoben war. Mein Bauch wollte mir etwas sagen, und ich habe sein Gemecker beseitigt.
Das eigentliche Problem liegt nicht im Körper - er ist nur das Instrument, mit dem ein Missstand deutlich gemacht wird.
Heute hatte ich das dringende Bedürfnis nach einem Sandsack. Ich wollte etwas haben, auf das ich einprügeln konnte. Ich hatte das Gefühl, dass jahrelang aufgestauter Zorn endlich herauskommen wollte. Ich kann gar nicht sagen, warum genau ich so wütend war. Die heutigen Vorkommnisse waren eher Kleinigkeiten. Beispielsweise mein Auto, welches sich mit der Öl-Warnlampe meldete, was sich aber als falscher Alarm herausstellte. Oder der Stau, in dem ich heute nachmittag steckte, so dass ich mein Kind nicht pünktlich vom Kindergarten abholen konnte. Sicher kann man sich darüber ärgern, aber mein Zorn ist älter. Er kommt aus tieferen Schichten, und die Ursachen sind nicht so deutlich erkennbar.
in: Aus der Seele gesprochen
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DMP
Da mein bisheriger Gynäkologe seine Praxistätigkeit aufgegeben hat und sein Nachfolger (noch) nicht im Disease-Management-Programm Brustkrebs eingeschrieben ist, muss ich mir vielleicht einen neuen Arzt suchen. Mal sehen....
in: Brustkrebs
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Feuervogel
Als ich wegen der Tumor-Operation vor einem Jahr im Krankenhaus war und die ersten für mich positiven Ergebnisse eintrudelten (keine Metastasen feststellbar), fühlte ich mich wie der Feuervogel Phönix, der aus der Asche steigt. Ein neues Leben hat begonnen.
Man hat mich mal gefragt, ob ich die Erfahrungen, die ich in Zusammenhang mit dem Krebs gemacht habe, lieber nicht gemacht hätte - wenn ich die Wahl gehabt hätte. Und ich habe geantwortet: Ich bin froh darüber, diese Erfahrungen gemacht zu haben. Ich möchte sie nicht missen.
Das Leben hat eine andere, eine neue Qualität bekommen. Der Phönix ist für mich dafür ein Symbol.
Laut Wikipedia bedeutet das altgriechische phoinix bzw. altägyptische benu "leuchten".
Es erschien mir daher einleuchtend zu sein, mein Blog abenus zu nennen - benu eingeschlossen in meine Initialen.
in: Brustkrebs
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Eine Frau mit Glatze...
... kann mich gar nicht schocken - war ich doch letztes Jahr selbst glatzköpfig. Zugegeben: Freiwillig hätte ich mir die Haare nicht abgeschnitten.
Ich habe sogar wochenlang gelitten, damals im September 2005, als ich meine langen Haare kurz schneiden ließ. Mein Sohn sagte immer wieder, ich soll sie wieder wachsen lassen.
Es kam was dazwischen. Und jetzt bleiben sie kurz. Auch mein Sprössling findet's inzwischen okay!
in: Dasbinich
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