Haarausfall
eikesmom, Dienstag, 21. Februar 2006, 23:53
Seit Samstag deutete es sich schon an. In der ganzen letzten Woche hatte ich fast nie ein Haar im Kamm, am Samstag eine kleine Strähne. Heute morgen verstopften meine Haare den Abfluss in der Dusche. Gut, dass ich da ein Sieb drin habe!
Beim Kämmen der Haare hatte ich büschelweise Haare drin. Ich muss jetzt nur mit den Händen durch die Haare fahren, und ich habe einige in der Hand. Die letzten Tage hatte ich so ein Pieksen in den Haarwurzeln, sicherlich waren das schon die ersten Anzeichen, dass es bald losgeht.
Irgendwie habe ich ja drauf gewartet. Der Haarausfall, so offensichtlich er auch für andere ist, so schlimm er für andere sein mag, ist ausnahmsweise mal eine nicht schmerzhafte Nebenwirkung. Okay, ich mach mir schon Sorgen, ob ich den richtigen Zeitpunkt erwische, meine Perücke hervorzuholen. Was ist, wenn ich unterwegs bin, und da fallen die Haare so aus, dass ich nackt dastehe? Momentan sieht man noch nichts.
Ich habe es Eike gleich gesagt. Dass er sich drauf einstellen kann, in 2 Tagen eine Mama mit Glatze zu haben. Bei dem Gespräch ist rausgekommen, dass er gar nicht wusste, dass ich bereits die Medikamente bekommen habe, die zu dem Haarausfall führen.
Gestern war ich mit meiner Freundin spazieren gegangen. Es war schön, mal wieder rauszukommen und frische Luft zu schnappen. Hinterher bei einer Tasse Tee, als ich an meinen Haaren zog (und noch alles fest war), erschrak sie, ich soll doch bitte nicht so an den Haaren ziehen! Aber ich zog ja gar nicht so stark dran. Heute hätte ich dabei bestimmt etliche in der Hand gehabt. Warum finden andere das so schlimm? Ich finde es gar nicht so schlimm. Ich habe mich damit abgefunden. Sie werden ja wieder nachwachsen, in ein paar Monaten. Und dann mit einer Krause! Ich wollte es erst nicht glauben, aber auch die Ärztin im Krankenhaus bestätigte das. Ich werde vielleicht keine Dauerwelle mehr brauchen! Das ist doch mal eine tolle Sache!
Isolierhaft?
eikesmom, Samstag, 18. Februar 2006, 23:52
Ich geb zu, der Titel dieses Eintrags ist etwas provokativ - aber er beschreibt dennoch kurz und prägnant, wie ich mich momentan fühle.
Ich komme kaum noch aus dem Haus, es sei denn, um meinen Sohn zum Kindergarten zu bringen oder abzuholen. Einkaufen darf ich nicht, ist angeblich zu anstrengend für mich, und außerdem lauern draußen Bakterien und Viren, die mich als gefundenes Fressen betrachten könnten! Tze!
Nun ist Wochenende. Mein lieber Mann ist blass, sieht krank aus. Mein Sohn hustet sich die Seele aus dem Leib. Ich habe lediglich Kopfschmerzen, und meine Mundschleimhaut ist im Eimer. Naja, sagen wir, es gibt einige wunde Stellen. Ich putze bestimmt 4-5mal täglich die Zähne und spüle mit Salbeitee und/oder natürlichem Mundwasser mit Myrrhe-Extrakt.
Dennoch sieht es mein Mann nicht gern, wenn ich nächste Woche Freitag mal ins Kino gehe. Da sind so viele Menschen, und bestimmt etliche Kranke darunter. Das sollte ich besser nicht tun. Mal im Ernst: erwartet er von mir, dass ich bis Mai hier in Quarantäne bleibe? Wenn ich drei Tage nach dem geplanten Kinobesuch eine Chemotherapie bekommen soll, sollte ich zu dem Zeitpunkt doch wieder so widerstandsfähig sein, dass ein Kinobesuch ungefährlich ist.
In einem Forum las ich einen Beitrag zum Thema: Was denken die Leute, wenn sie jemanden mit Mundschutz herumlaufen sehen? Hält man einen solchen Menschen für verrückt, einen Spinner? Jemand antwortete: Ich würde denken, derjenige macht eine Chemotherapie, weil er Krebs hat. Bingo! Man könnte sich also auch gleich ein Schild umhängen mit der Aufschrift: Ich habe Krebs! So ein Mundschutz ist also nicht das Wahre, zumal ich bei den Dingern immer das Gefühl habe, nicht genug Luft zu bekommen.
Ergebnisse des Bluttests
eikesmom, Donnerstag, 16. Februar 2006, 23:51
Heute vormittag war ich voller Tatendrang. Ich legte eine Dr.Alban-CD in den CD-Player, Funkkopfhörer auf und los ging's! Ich hab in der Küche geputzt, ich hab gebügelt, Wäsche zusammengelegt, und als alles fertig war, habe ich zur Musik herumgetanzt und alles um mich herum vergessen. Hach ja, das war schön!
Am späten Vormittag habe ich dann mal in der Praxis angerufen, ob meine Ergebnisse schon da seien. Leider nein. Ich bat um eine E-Mail, wenn sie da sind. So gegen Mittag bekam ich dann die Werte zugemailt, noch ohne weiteren Kommentar. Aber ich sah schon, die Leukozyten sind ziemlich im Keller! :-( Ich habe nur noch ein Fünftel der Menge von vor der Chemotherapie. Alle anderen Werte waren aber durchaus okay. Sogar die Thrombozyten erreichten fast den unteren Grenzwert des Normalbereichs. Und mein Hb-Wert ist auch gerade noch so im Normalbereich.
Nach dem Mittagessen bekam ich dann nochmal eine Mail aus der Hausarztpraxis, in der es hieß, wenn ich Fieber bekäme, soll ich sofort in die Praxis kommen. Ansonsten sind die Werte erwartungsgemäß. Dann habe ich nochmal im Krankenhaus in der Tagesklinik angerufen, und da sagte man mir, der Leukozytenwert sei schon sehr niedrig, aber man müsse dahingehend noch nichts Spezielles unternehmen. Zum Beispiel eine Granulozyten-Anregung, um die Leukozyten stärker zu vermehren.
Nun soll ich aufpassen, mir nichts einzufangen. Keine Menschenansammlungen besuchen. Keine Nüsse essen, weil die oft Pilzsporen aufweisen. Obst vor dem Verzehr schälen. Nur frisch zubereitete Speisen essen. Nun habe ich mich ja gerade von einer Erkältung erholt. Ist eigentlich ein Wunder, dass die nicht länger anhielt bei den Blutwerten. Und mein Sohn hustet gerade mal wieder :-(. Und auch von vielen Bekannten höre ich, dieses oder jenes Kind hat Scharlach, Bronchitis oder einen Magen-Darm-Infekt usw. Tolle Aussichten momentan! Ich kann mich eigentlich nur hier verkrümeln und hoffen, dass die Bakterien und Viren unser Haus meiden!
Blutkontrolle
eikesmom, Mittwoch, 15. Februar 2006, 23:50
Heute morgen war ich zur Blutkontrolle in meiner Hausarztpraxis. Es klappte ganz gut, ich denke, das Risiko, die Armvene könnte Schaden nehmen, kann ich in Kauf nehmen. Ich bin ja sehr gespannt auf die Ergebnisse.
Es heißt ja, dass die Zahl der Blutkörperchen jetzt ein Minimum durchläuft. Ich bin mir gar nicht so sicher, ob das wirklich so ist. Denn momentan fühle ich mich recht gut, und der Schnupfen ist auch fast weg. Das hätte ich nicht erwartet, wenn ich gerade so einen Mangel im Blut haben soll. Vielleicht ist das Tal schon früher gewesen, Ende letzter Woche oder so, denn da fühlte ich mich schlapp und müde. Jetzt habe ich eher das Gefühl, es geht bergauf. Wir werden morgen sehen, was das Labor sagt.