Die Mammografie
eikesmom, Montag, 19. Dezember 2005, 23:23
In den letzten Tagen spitzte sich die Lage in der Firma zu. Es wurde Insolvenzantrag gestellt, ich ging zur Agentur für Arbeit und meldete mich arbeitssuchend.
Erst am Tag der Mammografieuntersuchung beschäftigte ich mich gedanklich mit meiner Gesundheit. Ich ging immer noch davon aus, dass der Knoten gutartig sei - aber was ist, wenn nicht? Würde ich damit fertig werden können?
Die Arzthelferin, die bei mir die Mammografie durchführte, fragte mich, ob es in meiner Familie einen Brustkrebsfall gegeben habe. Ich erinnerte mich an meine Oma väterlicherseits, der sie beide Brüste abgenommen hatten. Da war sie allerdings schon 70 Jahre alt. Ich bin nicht mal 40 Jahre... Okay, mir war schon klar, dass das keine Sicherheit bietet, schließlich gibt es auch noch viel jüngere Krebskranke. Ich will damit nur sagen: ich habe es nicht wahrhaben wollen. Warum sollte es gerade mich treffen? Reicht es nicht, dass ich gerade meinen Arbeitsplatz verloren habe?
Als ich nach dem Entwickeln der Röntgenbilder zum Arzt reingerufen wurde, sollte ich mich auf eine Untersuchungsliege legen. Der Radiologe meinte, das gefiele ihm gar nicht. Ob ich mal mit dem Fahrrad gestürzt und auf die Brust gefallen sei, fragte er. Nein, an so etwas könne ich mich nicht erinnern, sagte ich.
Er schlug vor, eine Gewebeprobe zu nehmen. Er könne das gleich sofort machen, dann müsste ich nicht extra ins Krankenhaus. Ich willigte ein. Meine linke Brust wurde örtlich betäubt und eine Hohlnadel an den Knoten herangeführt, es machte "KLACK". Man nennt diese Art der Probenentnahme "Stanzbiopsie". Das wiederholte sich noch zweimal. Ich lag da wie ein Häufchen Elend, und ich dachte: ist es doch bösartig? Wann hört das auf?
Der Arzt zeigte mir ein Röhrchen, das mit Flüssigkeit und einer winzigen Gewebeprobe gefüllt war. Die Probe war dünner als ein Millimeter und vielleicht zwei Zentimeter lang. Ich bekam ein Kühlkissen auf meine Brust und sollte mich erst noch ein wenig ausruhen. Ich bekam ein Glas Wasser zu trinken - mein Mund war total ausgetrocknet. Die Gewebeproben wurden an ein Labor geschickt, und wenige Tage später sollte mein Frauenarzt dann die Ergebnisse haben.
Als ich die Praxis verließ, fühlte ich mich noch nicht in der Lage, Auto zu fahren. Ich war ja allein gekommen. Ich ging also in ein nahegelegenes Einkaufszentrum, trank eine heiße Schokolade und machte ein paar Weihnachtseinkäufe. Als das Zittern in meinem Körper nachließ, ging ich wieder zurück zum Auto und fuhr heim.
Ein Knoten in der Brust
eikesmom, Donnerstag, 1. Dezember 2005, 23:06
Der letzte Besuch des Frauenarztes lag schon gut ein Jahr zurück, als ich mich endlich mal wieder bei ihm anmeldete. Ich hatte die letzten 2-3 Jahre immer wieder mit Atemwegsinfekten zu tun, so dass ich andauernd bei meinem Hausarzt war. Früher hatte ich einen Schnupfen 7 Tage lang, und wenn ich zum Arzt ging, eine Woche. Aber in letzter Zeit zog sich ein Infekt wochenlang hin, mit heftigem Husten, teilweise Fieber, und Mittelohrentzündungen. Die Antibiotika führten zu Durchfällen und letztendlich zu einer Pilzinfektion, die ich nun vom Frauenarzt behandelt haben wollte.
Es war der 1. Dezember 2005. Bis auf die Pilzinfektion dachte ich, die übliche Krebsvorsorgeuntersuchung sei wie immer Routine. Aber beim Abtasten der Brust entdeckte er einen Knoten! Ich konnte ihn selbst fühlen, nachdem er mir zeigte wo. Der Knoten ließ sich verschieben. Er sagte, der Knoten sei wahrscheinlich gutartig, man müsse das aber mit einer Mammografie abklären. Ich war eigentlich fast überhaupt nicht beunruhigt, ich vertraute darauf, dass das bestimmt gutartig ist und vielleicht wieder von selbst verschwindet. Aber immerhin konnte man das verflixte Ding im Ultraschall sehen, und es maß im Durchmesser vielleicht eineinhalb Zentimeter.
Warum ich damals nicht so beunruhigt war, mag auch damit zusammenhängen, dass ich mich mit anderen Problemen beruflicher Art herumschlagen musste. Mein Arbeitsplatz war gefährdet und ich sah mich bereits nach einem neuen Arbeitgeber um, schrieb Bewerbungen. Meine Gedanken kreisten um meine berufliche Existenz. Das mit dem Knoten wird schon nix sein...