Chemo-Hirn
eikesmom, Sonntag, 15. April 2007, 01:31
Einem
Artikel im Ärzteblatt zufolge hinterlässt die Chemotherapie Spuren im Gehirn. Selbst nach 5 bis 10 Jahren lassen sich Veränderungen im Hirnstoffwechsel mittels Positronenemissionstomographie (PET) nachweisen, heißt es dort. Diese Veränderungen im Hirnstoffwechsel bewirken, dass sich die Betroffenen bei gleicher Aufgabe mehr geistig anstrengen müssten als Gesunde.
Auch Tamoxifen habe eine Wirkung auf das Gehirn. Da bei Tamoxifen-Patientinnen der Ruhestoffwechsel in den Basalganglien um 8 Prozent geringer sei, gebe es größere Schwierigkeiten, Gedanken in Handlungen umzusetzen.
Jetzt wundert es mich nicht mehr, dass ich vergesslich geworden bin und sich eine gewisse Antriebslosigkeit breit macht.
Hallo Andrea,
dass meine Vergesslichkeit und z. T. Schusseligkeit mit den Medikamenten zu tun hat, hatte ich bisher nur "angenommen" - und bin bis jetzt eher dafür von meinen Mitmenschen belächelt worden. Jetzt kann ich hier in Deinem Blog die Erklärung dafür nachlesen. Sehr interessant! Danke dafür!
Masca
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Gehirnwäsche
eikesmom, Sonntag, 8. April 2007, 01:01
Ich geb ja zu, der Titel ist etwas provokativ. Aber er trifft es ziemlich gut.
Sätze, die man (s)einem Kind niemals sagen sollte:
- "Das machst du immer falsch!"
- "Das wirst du nie lernen!"
- ... tbc
kerstin13
10.04.2007 22:38
ja, ja und nochmals ja.
eikesmom
10.04.2007 23:46
Besch.... Gefühl, wenn einem klar wird, dass man solche Sätze nicht zum ersten Mal gehört hat.
kerstin13
13.04.2007 03:34
Besch... Gefühl, wenn einem klar wird, dass man sich solche Sätze selbst sagt "Das schaffe ich nie, das werde ich nie lernen..."!
eikesmom
13.04.2007 11:47
In der Tat. Ich bin nicht frei davon. Oft ist es doch so, dass man sich selbst diese Sätze sagt, weil man sie in der Kindheit zu oft gehört hat.
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Bumerang
eikesmom, Samstag, 24. März 2007, 19:48
Ausgerüstet mit Gummistiefeln bin ich mit meinem Sohn heute aufs benachbarte Stoppelfeld gegangen. Der Weg dorthin führt über eine Behelfsbrücke aus Gitter über einen Graben, ein beherzter Sprung über einen weiteren Graben, und die große freie Fläche lag vor uns.
Mein Sohn hatte auf dem Dachboden meinen alten
Bumerang gefunden. Vor knapp 20 Jahren waren mein damaliger Freund R. und ich Bumerang-Fans. Diesen Bumerang habe ich selbst hergestellt damals, und mit etwas Übung schaffte ich es, ihn zu werfen und wieder aufzufangen.
Es war ein Gefühl wie eine Zeitreise in die Kindheit, als wir durch den weichen, teilweise schlammigen Boden um die Wette nach dem geworfenen Holz liefen. In den Pfützen spürte man das Leben, grüner, glibbriger Froschlaich (?) schwamm darin. Der Schlamm hielt unsere Stiefel fest, so dass wir sie fast verloren hätten beim Laufen. Ich spürte das Leben, denn ich war im Jetzt. Keine Gedanken an die Zukunft waren mehr in meinem Kopf, ich spürte die Sonnenstrahlen im Gesicht, den Frühlingswind in meinen Haaren und hörte das Lachen meines Kindes. Kann es ein größeres Glück geben?
okavanga
08.04.2007 02:22
Das klingt toll! Einfach toll!
eikesmom
11.04.2007 00:18
Wenn es mir mal nicht so gut geht, dann denke ich oft an solche Momente des Glücks, und das gibt mir die Kraft, weiterzumachen.
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Noch ein Stöckchen
eikesmom, Montag, 19. März 2007, 23:50
Nach meinem ersten Stöckchen habe ich wieder eins zugeworfen bekommen von
Lichtblick.
Erzähl uns darüber, womit Du die meiste Zeit im Leben verbringst.
Schlafen und Lesen und Lernen - es gibt immer Neues zu entdecken und zu lernen.
Welchen Stellenwert nimmt in diesem Kontext Dein Blog ein?
Mein Blog ist mein Tagebuch, ich schreibe meine Gedanken auf, um sie zu ordnen. In erster Linie wirkt das Schreiben auf mich wie eine Therapie. Wenn ich anderen mit meinem Blog auch etwas geben kann, dann freue ich mich.
Würdest Du auch bloggen wenn Deine Inhalte von niemandem gelesen würden?
Ja, ich denke schon. Mit Feedback ist es aber schöner.
Spielt Geld eine Rolle, wenn du Dein Blog pflegst?
Nein.
Verbesserst Du unsere Welt mit dem was Du in Deinem Blog schreibst?
Ich weiß nicht, ob die Welt dadurch besser wird. Sie wird jedenfalls nicht schlechter ;-)
Wie lange möchtest Du noch bloggen?
Darüber mache ich mir keine Gedanken. Ein Ende ist vorerst nicht geplant.
Erbringst du innerhalb oder ausserhalb der Blogosphäre ein soziales Engagement für unsere Gesellschaft?
Ich erziehe ein Kind. Kinder sind unsere Zukunft.
Was bedeutet für dich der Beginn eines neuen Tages?
Neuer Tag, neues Glück. Gespannte Erwartung, was der Tag bringen wird. Und erstmal ein gemeinsames Frühstück mit meinem Sohn. :-)
Was nimmst Du wahr, wenn Du Dich im Wald aufhältst?
Den Duft des Waldes, Sonnenstrahlen, die sich durch das Laub der Bäume durchmogeln, Vogelzwitschern, das Hämmern eines Spechts, den weichen Waldboden, das Knacken von Zweigen unter meinen Füßen.
Was denkst Du über Dein eigenes Sterben?
Ich habe vor langer Zeit mal geträumt, dass ich 94 Jahre alt werde (meine Oma ist 98 Jahre alt geworden). Natürlich weiß ich nicht, wann ich sterben werde, und möglicherweise werde ich nicht so alt, wenn meine Krankheit zurückkehrt. Aber ich bin voller Hoffnung, dass ich noch viele Jahre leben werde, um meinen Sohn aufwachsen zu sehen.
Ich wünsche mir zu gegebener Zeit einen sanften Tod. Ich möchte abends zu Bett gehen, einschlafen und am nächsten Morgen dann nicht mehr aufwachen.
Es mag vielleicht seltsam klingen, aber manchmal denke ich, ich habe mehr Angst vor anderen Dingen als vor dem (eigenen) Tod.
Schwierige Fragen waren das zum Teil. Und ich bin mir nicht sicher, wer dieses Stöckchen schon hatte. Vielleicht möchte
Frau Schlüsselkind das Stöckchen aufgreifen?
kerstin13
22.03.2007 23:56
Vielen Dank für´s Fangen:)
Heute war mein 1.Abend von der Fortbildung für die ambulante Sterbebegleitung. Es war sehr entlastend, dass ich dort meine Angst vor dem Tod äussern konnte und das Gefühl bekam, es ist in Ordnung, wenn ich im Kursende mit dem Ergebnis gehen würde, ich kann andere Menschen nicht beim Sterben begleiten.
Dadurch habe ich meine Stärken sehen können, weil meine Gedanken von den Befürchtungen befreit wurden und ich frage mich, wie ich diese Sorge nur haben konnte:)
Ob ich am Ende des Kurses keine Angst mehr vor dem Tod habe? Ich weiss es nicht und ich erwarte es nicht. Doch ich kann vielleicht besser darauf vertrauen, dass ich mich getragen fühlen werde, wenn es so weit ist...
eikesmom
23.03.2007 00:18
Ist es denn das Ziel, keine Angst vor dem Tod mehr zu haben? Muss man nicht unterscheiden zwischen der Angst selbst zu sterben und der Angst vorm Sterben anderer nahestehender Menschen? Ich weiß nicht, ob das normal ist, aber ich hätte viel mehr Angst davor, dass meine Angehörigen sterben, als ich selbst. Es wird eine Zeit kommen, in der meine Eltern diese Welt verlassen müssen, und davor graut mir. Meine Krankheit hat mir jedoch vor Augen geführt, dass ich vielleicht eher dran bin als gedacht - und das schreckt mich erstaunlicherweise weniger. Es kann mich nur dazu führen, jeden Tag so zu leben, als sei es mein letzter.
kerstin13
23.03.2007 15:24
Ja, wenn meine Eltern oder Axel oder meine Freunde sterben würden, das wäre auch sehr sehr schmerzhaft. Das verdränge ich vielleicht mehr.
Ich wünschte so sehr, ich hätte keine Angst vor dem Tod generell. Es macht mich so unfrei und wirkt sich auf mein Leben aus. Irgend ein Teil von mir sagt, dass meine Seele weiterleben wird. Ich fürchte mich am meisten davor, dass mein Bewusstsein ausgelöscht wird. Das ist so unfassbar für mich und mit einem negativen Gefühl verknüpft. Ich wünsche mir beim Leben und beim Sterben Angstfrei (relativ gesehen) zu sein. Gottvertrauen zu haben.
schluesselkind
25.03.2007 13:25
Danke fürs Stöckchen, liebe Frau Eikesmom. Aber wie Sie ja wissen, komme ich zur Zeit (noch) so wenig zum Bloggen und es wäre irgendwie zu einfach, das Blog jetzt mit Stöckchen zu füllen, direkt nach den Buchstöckchen schon wieder eines. ;-)
eikesmom
25.03.2007 13:27
Lassen Sie sich Zeit
liebe Frau Schlüsselkind. Es eilt ja nicht.
schluesselkind
25.03.2007 14:24
Gut, dann lege ich es erstmal hier ins Regal. Da befindet es sich in zahlreicher und guter Gesellschaft.
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