Verschnupft
Der erste Schnupfen seit Monaten. Warum gerade jetzt? Wenn ich Schnupfen habe, gelingt es mir eher selten, das Positive zu sehen.
Ich habe im wahrsten Sinne des Wortes die Nase voll... von was? Ich habe das Gefühl, die Zeit rinnt mir durch die Finger. Warum?
Wenn ich nach meinem Empfinden die Tage nicht mit Sinnvollem verbracht habe, sondern nur verdaddelt habe, liegt es meistens daran, dass ich bei dem, was ich tat, nicht mit ganzem Herzen dabei war. Dinge halbherzig zu tun, während man in Gedanken ganz woanders ist, ermüdet. Da ist es vollkommen gleichgültig, was man tut, auch wenn man scheinbar nichts tut...
In eineinhalb Wochen fahre ich zur Reha, und dann habe ich Zeit nur für mich allein. Manchmal denke ich mit ein wenig Angst daran. Was ist, wenn ich mit dieser Zeit nichts Vernünftiges anfangen kann?
Ich wollte eigentlich noch so einiges tun bis dahin. Und dann ärgere ich mich, dass ich einige Dinge noch nicht erledigt habe.
Also flugs mal eine ToDo-Liste schreiben!
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Den eigenen Genius finden
Inspiriert durch einen Beitrag bei Morgenluft habe ich mich auf die Suche nach meinem Genius gemacht. Zunächst einmal habe ich Stunden gebraucht, bis ich die Genius-Karten ansehen konnte: ich hatte schlicht die falsche Flashplayer-Version...
Drei Karten habe ich bisher gezogen, und alle drei scheinen irgendwie auch zusammenzuhängen - jedenfalls empfinde ich das so. Es ist sogar so, dass mir beim Sinnieren über Karte Nummer 3 plötzlich etwas zur Frage auf Karte 1 auffällt. Dieses Aha-Erlebnis ist elektrisierend.
Frage 1 war: Gibt es ein Muster an den wichtigen Wendepunkten meines Lebens?
Hierauf fiel mir zunächst ein: Wendepunkte sind gekennzeichnet durch (scheinbare?) Zufälle. Es können ihnen Ereignisse zugrundeliegen, die viele Jahre zurückliegen.
Frage 3 war: Wo und wann habe ich einen Stein ins Wasser geworfen, der heute seine Kreise zieht?
Dazu fiel mir zunächst eine Entscheidung ein, die ich nach Abschluss meines Studiums traf. Es war 1993, ich zog um in eine andere Stadt und entschloss mich, einem Verein beizutreten, um Menschen außerhalb meines Berufsfeldes kennenzulernen. Die Folge davon war, dass ich dort meinen Ehemann kennenlernte und auch einen Arbeitgeber, der einen Wendepunkt in meinem Berufsweg markierte. Das war vor 13 Jahren.
Dann fragte ich mich, ob es vorher einen entscheidenden Schritt gab. Und das war 1980, als ich mich für meinen Berufsweg entschied, als ich den Entschluss fasste, das Studium anzustreben, das ich schließlich auch erfolgreich beendete. Letztendlich war dies auch der Grund, warum ich jetzt hier bin und nicht woanders, warum ich tue, was ich jetzt tue, und nichts anderes.
Was fällt daran auf? Beide Wendepunkte (auch wenn der erste nur im Kopf stattfand) haben einen zeitlichen Abstand von ca. 13 Jahren. Und heute sind wiederum 13 Jahre vergangen, und ich stehe wieder an einem Wendepunkt! Wie der erste findet dieser vor allem auch in meinem Kopf statt. Ein Muster gemäß Frage 1? Mir drängt sich die Frage auf, was wohl im Jahre 2019 auf mich wartet...
Es ist erst der Anfang. Ich habe noch nicht das Gefühl, dass ich meinen Genius mit drei Worten beschreiben kann.
Frage 2 war übrigens: Wozu bin ich berufen?
Das will ich ja gerade herausfinden! Spontane Eingebungen wären da: Erkennen von Zusammenhängen, lebenslanges Lernen, Weitergabe von Wissen und Erkenntnissen. Man könnte meinen, ich müsste Lehrerin sein - aber das bin ich nicht, und ich bin mir auch nicht sicher, ob es das wirklich ist.
Da gibt es noch eine Menge nachzuforschen!
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Wege, die umsonst, aber nicht kostenlos sind
Damals im Februar kurz vor Beginn der Chemotherapie war ich bei der Arbeitsagentur. Ich hatte die nötigen Formalitäten für den Antrag auf Arbeitslosengeld erfüllt, bekam aber kein ALG, weil ich ja krankgeschrieben war. Der Kollege sagte, ich muss mich erst wieder bei der Agentur melden, wenn ich weiß, wann ich gesund geschrieben werde, idealerweise 6 Wochen vor dem Ende der Krankschreibung.
Heute ist es nun soweit, dass ich ungefähr weiß, Ende September bin ich wieder gesund - oder sagen wir besser arbeitsfähig. Ich schnapp mir also meinen Sohn, der immer noch Ferien hat, fahr mit dem Zug in die Stadt zur Arbeitsagentur, bringe mein Anliegen vor. Die junge Dame sagt, sie könne nichts für mich tun, da ich ja erst Ende September wieder gesund sei. Da bräuchte ich mich nicht schon jetzt zu melden, sondern erst, wenn ich wieder gesund bin. Hä?
Auf einer Internetseite der Arbeitsagentur heißt es:
"Arbeitnehmer müssen sich seit dem 1. Juli 2003 mit dem Zugang der Kündigung oder Unterzeichnung von Aufhebungsverträgen unverzüglich beim Arbeitsamt melden. Schon die Kündigungsfrist soll von den Arbeitnehmern - unterstützt durch die vielfältigen Angebote des Arbeitsamtes - aktiv zur Arbeitsuche genutzt werden. Ziel ist, dass Arbeitslosigkeit möglichst gar nicht entsteht. Die gesetzliche Regelung gilt bereits seit fünf Monaten, dennoch ruft sie immer noch Verwirrung hervor. [...] „Der Meldepflicht unterliegen alle, die in der Arbeitslosenversicherung Ansprüche erwerben“, darauf weist der Präsident des Landesarbeitsamtes Nordrhein-Westfalen, Karsten Koppe hin, also auch Wehr- und Zivildienstleistende, Bezieherinnen von Mutterschaftsgeld, Bezieher von Kranken-, Verletzten- und Übergangsgeld, Empfänger von vollen Erwerbsminderungsrenten und ähnlichen Leistungen, Auszubildende in außerbetrieblichen Einrichtungen sowie Jugendliche in bestimmten Einrichtungen zur beruflichen Rehabilitation."

Da ich Krankengeld beziehe, gilt das für mich doch auch?! Aber die junge Dame bei der Arbeitsagentur hat sich telefonisch nochmal bei einem Kollegen rückversichert. Im Gespräch mit dem Kollegen sagte sie, dass ich mich schon jetzt bewerbe - und das in einem Ton, der sagt: schon jetzt, also ganz schön früh.
Ich muss mich also erst melden, wenn ich wieder gesund geschrieben bin. Sprich: die Arbeitsagentur wird erst tätig, wenn ich eigentlich schon einen neuen Job haben sollte, damit ich dem Staat nicht auf der Tasche liege.
Aber was soll's? Ich gehe ohnehin davon aus, dass ich mir meine nächste Arbeitsstelle selbst besorge. Auf die Arbeitsagentur verlasse ich mich garantiert nicht!
in: Erfahrungen mit Behoerden
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Hautveränderungen
Zum Ende der Strahlentherapie hatte ich unter der Achsel eine eurostückgroße Stelle, die sah so halb gar aus. Wie Fleisch, das man gerade auf den Grill geworfen hatte.
Nach fleißigem Einschmieren mit Bepanthol Lotion ist diese Stelle jetzt hellbraun. Wie überhaupt der ganze bestrahlte Bereich jetzt eine Bräune hat, bis auf ein paar Stellen, die weiß geblieben sind. Letzteres ist eine Pigmentstörung, von der meine Hausärztin sagt, dass das nicht behandelbar sei. Diese weißen Stellen habe ich auch an den Fingern. Da muss man wohl mit leben.
Jedenfalls bin ich froh, dass der bestrahlte Bereich nun nicht mehr spannt und rot ist. Insgesamt habe ich das alles wohl ganz gut vertragen.
Die Reha hätte also jetzt schon beginnen können - aber ich wusste ja nicht, wie lange meine Haut braucht, sich zu regenerieren. Ist auch gut, nun habe ich noch ein paar Wochen Urlaub bis zur Reha, Zeit ohne Verpflichtungen. Dieses Gefühl hatte ich schon lange nicht mehr!
in: Brustkrebs
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